Lehren aus dieser Saison ziehen

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Eine grossartige Saison ist vorbei – ein langer Winter liegt vor uns! Die Frage bleibt: Was lerne ich, das mir hilft, im nächsten Jahr besser zu werden?
Marcus Knight

Das ganze Jahr über verfolge ich meine Schützlinge, wie sie wunderbare Bewegungen auf der Driving Range machen. Wir diskutieren über das Golfspiel, und jedermann scheint klar zu sein, wie das auf dem Platz umgesetzt werden muss. Und doch höre ich die meiste Zeit, dass das auf dem Platz ganz anders war. Der Kopf ist leer oder so voller Schwunggedanken, dass gar nichts mehr geht. Dabei lässt sich die Schwungbewegung in fünf einfache Stufen gliedern:
1.            Machen Sie sich ein klares Bild davon, was Sie mit Ihrem Golfschwung machen wollen und warum.
2.            Packen Sie diese Gedanken in einen Probeschwung, der zu Ihnen passt. Er sollte sich komfortabel anfühlen, wie Ihr Tanz- oder Laufstil. Fühlen, nicht denken.
3.            Mit der Zeit sollten Sie diese Bewegung mit dem Ball unbewusst machen können, ohne Checklist.
4.            Diesen schönen Vorgang sollten Sie auf den Platz übertragen können.
5.            Letztlich wird Ihr einzigartiger Schwung auch unter Druck, während Turnieren oder wichtigen Golfrunden gelingen.
 
Was Sie tun sollten 
Die «Arbeit»des Golfers ist es, Schlägerkopf-Geschwindigkeit zu produzieren. Sie müssen Risiken auf sich nehmen und mutig sein. Geschwindigkeit ist nicht möglich, wenn Sie nur ruhig und steif dastehen und alles kontrollieren wollen. Sie müssen das Bild eines grossen Schwunges im Kopf haben, der locker ist, um Ihren Kopf, der ruhig bleibt, herumschwingt, den Ball trifft und ausschwingt bis zur Endstellung. Dann sind Sie bereit für Schritt 2.

Probeschwung
Ist nicht jedermanns Probeschwung prächtig anzuschauen? So sollte es sein. Besser als Ihr normaler Schwung. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Probeschwung besser ist. Wenn nicht, haben Sie ein ernsthaftes Problem! Benützen Sie den Moment des Probeschwunges, um die ideale Bewegung zu finden. Der sich anfühlt wie ein Traumschwung, den Sie im Kopf haben; von Ihrem Lieblingsgolfer oder jemandem, dessen Schwung Sie bewundern. Folgen Sie einfach den Bewegungen, wie Kinder, die dem Skilehrer hinterherfahren. Der Probeschwung ist das Letzte, das Sie machen, bevor Sie sich zum Ball begeben. Stellen Sie sicher, dass es eine optimistische Bewegung ist. Nicht eine, die zusammengesetzt ist durch eine Checklist in Ihrem Kopf. 

Auf der Driving Range
Sie haben soeben diesen schönen, fliessenden und optimistischen Probeschwung gemacht. Sie bewegen sich zum Ball, werfen einen letzten Blick auf das Ziel und lassen Ihren Schwung dem Gefühl folgen, das Sie beim Probeschwung hatten. Das Wichtigste dabei ist, dass Sie dem Gefühl vertrauen und die Kontrolle des Körpers aufgeben. Ihr Instinkt und Ihre Intuition wissen genau, was zu tun ist. Auf die gleiche Weise, wie wenn Sie sich in Bewegung setzen, springen oder tanzen. Das Problem liegt darin, dass wir ab einem gewissen Alter nicht mehr so einfach vertrauen; Kontrolle aufzugeben wird schwieriger. Aber überlegen wir kurz. Es gibt nichts zu verlieren. Wir sind auf der Range. Es sind keine Punkte zu verlieren, und es gibt immer wieder neue Bälle.

Jetzt sind wir auf dem Platz
Es gibt drei grosse Unterschiede, wenn wir auf dem Platz spielen: Das Gras ist unterschiedlich lang, wir haben selten eine flache, ebene Balllage und jeder Golfschlag ist «jetzt oder nie». Nun kommt der Moment, wo Sie etwas riskieren müssen – grosse Golfschläge kommen nicht von Sicherheitsschwüngen! Sie brauchen Geschwindigkeit, und Geschwindigkeit ist Risiko. Aber ist es nicht genau das Gefühl von Geschwindigkeit und Explosion des Schlägerkopfes, das uns süchtig macht? Stehen Sie zum Ball, denken Sie an einen perfekten Schlag, machen Sie einen fliessenden Rückschwung – die Geschwindigkeit braucht es erst im Abschwung – und seien Sie bereit für den Abflug!
 
Golfturnier
Wir alle haben dieses Jahr Turniere gespielt, und die meisten von uns haben ihr Potential nicht abgerufen. Warum? Wir standen vielfach auf der Bremse, kontrollierten unseren Schwung, anstatt an uns zu glauben und es laufen zu lassen. Sie müssen sich vom Gedanken lösen, zwei Punkte an einem Loch zu verteidigen, sondern überzeugt sein, drei oder mehr Punkte zu gewinnen. Sie zahlen Ihre Rechnungen nicht mit dem nächsten Golfschlag. Auch Ihr Job steht nicht auf dem Spiel. Seien Sie locker und entspannt und erinnern Sie sich, wenn Sie positiv am Ball stehen, dass dies das letzte Mal ist, dass Sie die Chance haben, diesen einen Ball zu einem grandiosen zu machen!
Und wenn er nicht herausragend war, gehen Sie beim nächsten Ball durch denselben Ablauf, wieder und wieder – und dann nochmals. 
Mir ist klar, dass es jetzt Winter ist und kein Golfturnier mehr ansteht. Darum ist das der richtige Moment, Ihnen das zu schreiben. Beginnen Sie mit Schritt 1 sobald als möglich und arbeiten Sie sich durch. Mit Freude und Beharrlichkeit. Sie werden im Frühling vorbereitet sein wie nie zuvor.   
                                 
www.marcusknight.ch