Reed holt sich das Green Jacket

image description

Patrick Reed gewinnt das 82. Masters Tournament vor Rickie Fowler und Jordan Spieth. Tiger Woods landet mit einer Unter-Par-Runde im Mittelfeld. 

Patrick Reed machte es spannend. Mit einem komfortablen Vorsprung von drei Zählern ging der 27-jährige Texaner als Führender in den Finaltag des 82. Masters Tournaments. Der Augusta National Golf Club bot ein weiteres Mal einen perfekten Schauplatz für Golf auf höchstem Niveau beim ersten Major des Jahres. Und auch wenn Reed am Sonntag nicht seine beste Leistung abrufen konnte, so behauptete er sich doch erfolgreich und wehrte nervenstark und mit bestem Siegeswillen jegliche Attacken ab.

Gleich zu Beginn der Finalrunde war es Rory McIlroy, der ganz dicht an ihn herankam. Der Putter des Nordiren blieb jedoch kalt und mit einer 74 musste sich der "Celtic Tiger" letztlich mit Rang fünf begnügen. Besonders glänzen konnte dafür Jordan Spieth: Mit neun unter Par für den Tag stand er auf dem 18. Grün, nachdem sein Ball vom Tee im Baum der engen Gasse hängen blieb und er mit dem dritten Schlag erst ins Grün annähern konnte. Der kurze Putt zum Par misslang. Spieth unterschrieb dennoch die beste Turnierrunde mit 64 Zählern zu insgesamt 13 unter Par. Ihm waren die Löcher ausgegangen, es reichte nur zu Rang drei.

Mit Rickie Fowler konnte noch ein weiterer mächtig Druck auf den gejagten Reed ausüben. Auf seinen Back Nine blieb der 29-jährige Kalifornier fehlerfrei und kam mit dem insgesamt sechsten Birdie (nach nur einem Bogey von Loch 5) auf der 18 unter lautstarkem Applaus auf 14 unter Par. Damit übernahm der vielleicht zu nette Mensch für kurze Zeit die Clubhausführung und musste aber wenig später einem anderen gratulieren. 

Reed zeigte zwar nicht die besten Sonntagsschläge, konnte sich aber aus jeder misslichen Lage ohne allzu viele Federn zu lassen befreien und an den Löchern 12 und 14 zudem noch längere Putts zu Birdies verwandeln. Die beiden Par-5-Bahnen im Endspurt hatte er am Moving Day noch mit zwei Eagles absolviert und kratzte sie diesmal nur mit Pars. Beinahe wäre sein Ball im Raes Creek verschwunden und an der 15 musste ein Rettungsschlag durchs Unterholz helfen. 

Der Putter musste funktionieren

Auf dem letzten Grün ging Reed seinen etwas zu lange gelassenen Rückputt zum Par beherzt an und lochte ihn ohne zu zaudern zu seinem ersten Major-Sieg. Zuvor hatte er des öfteren den Mund sehr voll genommen und sich zu den besten Spielern der Welt gezählt, nun hatte er nachgelegt und diese Ansage bestätigt. Mit 15 unter Par und einer 71er Runde hatte er es geschafft, mit dem von Sergio Garcia überreichten Green Jacket war er in den golferischen Olymp aufgestiegen. "Sein erstes Major zu Ende zu bringen ist immer ziemlich schwer", beteuerte Reed sichtlich erleichtert, nachdem all die Anspannungen und Spuren des Kampfs von ihm abgefallen waren. "Vor allem da, wo ich zur Universität gegangen bin", merkte er an. "Der Putter musste die ganze Zeit funktionieren, sonst hätte ich es nicht schaffen können."

Woods reif für eine Pause

Tiger Woods bezeichnete seine Turniervorbereitung als "grausam", weil er sich an Grenzen gebracht und bis zur Ermüdung gefordert hatte. "Der Aufwand hat sich aber natürlich absolut gelohnt, auch wenn meine Eisenschläge grausam waren und ich ziemlich miserabel geputtet habe", fasste Woods eine 69er Runde zu Rang 32 zusammen. "Es war unglaublich bewegend, hier auf der Anlage so viel guten Zuspruch und positives Feedback zu bekommen und so viele Gesichter wieder zu sehen, die die letzten 20 Jahre immer hier waren. Endlich bin ich wieder mit dabei, das hatte mir gefehlt", waren die sichtlich emotionalen Worte eine gerührten und dennoch sehr zufriedenen viermaligen Green-Jacket-Gewinners. Wie schon zu früheren Zeiten, will Woods nun erstmal eine Pause einlegen und sich um seinen "Körper kümmern".

Hoffmann mit einzigem Hole-in-One

Charley Hoffman gelang das 20. Hole-in-One der Geschichte beim Masters Tournament und tatsächlich aber das erste und einzige der diesjährigen Major-Woche. "Ich habe mein 6er Eisen etwas gepullt und dann vor allem gehofft, dass es nicht in den Bunker geht. Der Bounce im Bunkerhang war dann Glück", meinte der US-Amerikaner, nachdem er sich wie ein kleines Kind über sein Ass gefreut hatte. "Das werde ich nie vergessen." Mit einer 67 landete Hoffmann auf Rang zwölf. Der Österreicher Bernd Wiesberger landete mit 70, 73, 72 und weiteren 72 Schlägen auf einem starken 24. Rang. Mit 74, 74, 71 und 72 Schlägen beendete der zweimalige Masters-Champion Bernhard Langer seine 30. Auflage auf dem 38. Rang und der zweite Deutsche im Feld Martin Kaymer wurde nach runden von 74, 73, 74 und weiteren 73 Schlägen geteilter 48.