European Tour

Grace feiert Heimsieg in Südafrika

image description

Nedbank Golf Challenge: Den Sieg sichert sich in einem spannenden Finale der Südafrikaner Branden Grace.

Sun City, Südafrika - Die Finalrunde der Nedbank Golf Challenge hatte einiges zu bieten. Es ging, typisch für die Rolex-Series-Turniere der European Tour, um mehr als sieben Millionen US-Dollar an Preisgeld, wovon der Sieger mehr als eine Million einstreichen würde. Zudem stand die Teilnahme am Saisonfinale in Dubai für einige auf dem Spiel. Ein enges Rennen auf dem schweren Gary Player Country Club, am Rande des Pilansberg Nationalpark zeichnete sich früh ab. Niemand konnte sich wirklich absetzen. Doch von den Verfolgern konnte kaum jemand zur Führungsgruppe aufschliessen.

Die niedrigste Runde des Tages notierte Haotong Li mit einer 64 (-8). "Es ist unglaublich", so der Chinese. "Heute habe ich einfach grossartig gespielt und dachte, wenn ich auf neun unter kommen könnte, hätte ich eine Chance. Es hat nicht sein sollen." Li war zu weit von der Spitze entfernt in die Finalrunde gestartet, um noch einmal Druck auszuüben. Seine 64, die zudem die beste Runde der Woche darstellte, brachte die Nummer 17 des Race to Dubai auf insgesamt sieben unter Par und damit den alleinigen vierten Rang.

European Tour 2017 - Nedbank Golf Challenge

Als Führender des Race to Dubai ins vorletzte Turnier der European-Tour-Saison gestartet, war Tommy Fleetwood. Unter Abwesenheit der ärgsten Verfolger in Form von Justin Rose, Sergio Garcia und Jon Rahm konnte der Engländer seine Führung zwar weiter ausbauen, nicht jedoch davonziehen. Nach Runden von 73, 74, 67 und 71 Schlägen beendete Fleetwood die Nedbank Golf Challenge bei drei unter Par auf dem geteilten zehnten Rang. Dies bedeutete für den Sieger zweier Turniere in 2017 einen Vorsprung von knapp 300.000 Euro auf Rose und über eine Million auf Garcia, der damit keine Chance mehr hat, das Race to Dubai für sich zu entscheiden.

Den letzten Platz im Starterfeld des Saisonfinales sicherte sich voraussichtlich, durch die Rippenverletzungen von Rory McIlroy und Henrik Stenson, Ian Poulter. Der extrovertierte Engländer belegte in Südafrika den 19. Rang, der ihm im Race to Dubai Platz 62 einbrachte. Seine Teilnahme an der DP World Tour Championship sicher, hatte schon vor dem Turnier in Südafrika Martin Kaymer. Als Nummer 42 der Saisonwertung, war der einzige Deutsche im Starterfeld in das Turnier gegangen. Doch sein Rang sollte sich weiter verbessern.

Zweite Top-Ten-Platzierung der Saison

Vom geteilten dritten Platz startete Kaymer in den Finaltag. Zwei frühe Bogeys musste der Mettmanner hinnehmen, ehe er zur Mitte der Runde vier Birdies in Folge notieren konnte. Doch im weiteren Verlaufe der Finalrunde fehlten die zwingenden Eisenschläge, längeren gelochten Putts und präzisen Chips, um noch einmal Druck auf die Führenden ausüben zu können. Kaymer spielte aggressiv, er wollte mehr.

Doch ein unglückliches Bogey am letzten Loch warf den aktuell besten deutschen Golfer nach Weltrangliste auf den alleinigen fünften Rang bei sechs unter Par zurück. Nach dem geteilten vierten Rang zum Auftakt der Saison in Abu Dhabi, seine beste Leistung in 2017. Das Jahr war geprägt von wenigen Ausrutschern, in Form von nur vier verpassten Cuts, doch ebenso wenigen Top-Platzierungen. Das Spiel des zweimaligen Major-Siegers verlangte nach mehr, viel fehlte selten. Mit einem Schub an Positivem, wird Kaymer von Platz 35 ins Saisonfinale in Dubai gehen.

Spannendes Finale mit Heimsieg

Auf den hinteren neun Löchern des über 7.100 Meter langen Gary Player Country Club, zeichnete sich ein Dreikampf um die Trophäe ab. Zusammen in den Finaltag gestartet, lagen Victor Dubuisson, Scott Jamieson und Branden Grace nach 14 Bahnen gleichauf bei zehn unter Par. Es war Dubuisson, der als einziger von ihnen ein Bogey auf den Schlusslöchern hinnehmen musste. Eine unpräzise Annäherung an Loch 15 hatte dazu geführt. Jamieson hatte am darauf folgenden Par 3 Glück, als sein Abschlag weit rechts von der Tribüne zurück ans Grün sprang. Der Pitch rasierte die Lochkante, es wurde das Par.

Hier setzte Grace sich mit einem Birdie ab. "Am Ende war es der Putt an Loch 16, der den Unterschied gemacht hatte - auch wenn ich einige kurze Chancen habe liegenlassen", fasste der nun achtmalige Sieger auf der European Tour zusammen. "Ein Traum ist wahr geworden, das 'Afrikanische Major' zu gewinnen. Es war eine tolle Woche. Ich dachte, wenn ich heute bogeyfrei bleiben würde, hätte ich auf jeden Fall eine Chance. Und so war es auch." Grace (-11) unterschrieb eine abschliessende 66, während Jamieson (-10) und Dubuisson (-9) jeweils eine 70 ins Clubhaus brachten.