PGA Championship

''Green Mile'' schlägt zu

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Das dichte Bermuda-Rough und das Design der Schlusslöcher des Quail Hollow Clubs machten es den Profis am dritten Tag der 99. PGA Championship schwer, niedrig zu scoren. Kevin Kisner geht als Führender in den Schlusstag

Charlotte, North Carolina - Der Star des Moving Days der PGA Championship 2017 hiess ziemlich klar: Quail Hollow Club. Denn eigentlich konnte keiner behaupten, den Austragungsort in die Schranken verwiesen zu haben. Vor allem nicht die Spieler, die sich an der Spitze des Tableaus aufhielten.

Die letzten Löcher des für das Major nochmals auf Schwierigkeit deutlich getunten Platzes heissen "Green Mile" und es gab einige Opfer zu bedauern. Ganz oben ist Jason Day zu nennen, der 2015 die Wanamaker Trophy in die Höhe halten durfte. Der Australier kassierte ein Quadruble-Bogey und verabschiedete sich aus dem Rennen um einen zweiten Major-Titel. Bitter für die ehemalige Nummer eins, denn zuvor hatte er drei Birdies in Folge gespielt, ehe er am Ende fünf (!) Schläge auf der 17 und 18 abgab. Bei even Par hat er nun sieben Zähler Rückstand auf den Führenden.

Der heisst weiterhin Kevin Kisner. Aber auch der Underdog aus South Carolina liess gegen Ende Federn: Doppel-Bogey auf der 16 und Bogey 18 fanden den Weg auf die Karte zu einer 72 (+1). Hilfreich waren aber die zwei exzellenten 67er Runden bis zur Halbzeit, die den 33-Jährigen weiterhin an der Spitze des Leaderboards halten. Kisner ist nun Favorit auf seinen ersten Major-Titel. Allerdings: Nur zwei Turniere hat er in seiner Karriere auf der US-Tour gewonnen. Nach seinem ersten Sieg auf der PGA Tour in 2015 gewann er in dieser Saison das Dean & DeLuca Invitational.

PGA Championship 2017 - Quail Hollow: Moving Day

"Mit der Position, in der ich mich befinde, bin ich sehr zufrieden. Ich hatte eine Chance davonzuziehen. Aber das ist mir nicht gelungen. Das wird jetzt ein richtiger Kampf, und darauf muss ich vorbereitet sein." Mit seinem Spiel war Kisner recht glücklich, auch wenn der Score in Runde drei nicht überragend war. "Mein Driver läuft schon die ganze Woche. Heute habe ich zudem eine Menge guter Putts gemacht, die wirklich knapp an den Lochkanten entlang liefen. Ich fand, dass es heute sehr schwer auf den Grüns war. Keiner in unserer Gruppe hat irgendwas gelocht."
 

Matsuyamas Major-Titel?


Dicht dahinter folgen Chris Stroud und Hideki Matsuyama bei sechs unter Par. Der Japaner kommt mit reichlich Selbstvertrauen daher: In der vergangenen Woche gewann er das WGC-Bridgestone-Invitational. In der Weltrangliste ist er auf Rang drei geführt. Dass er ein Grosser ist, sah man am Ende der Runde; Matsuyama bewältigte die schweren Schlussbahnen in even Par. Auch bei ihm lief es mit einer 73 alles andere als rund, doch er konnte sein Spiel zusammenhalten.

Matsuyama gab sich etwas geknickt - und berichtete recht ehrlich: "Das war enttäuschend, wie ich heute gespielt habe, auch wenn es nur ein Schlag Rückstand ist. In der letzten Gruppe bei einem Major habe ich einfach den Druck gespürt.  Die ganzen Gedanken um meinen Schwung haben sich heute auf dem Platz bemerkbar gemacht."

Gute Chancen auf den Titel haben Justin Thomas (69) und Louis Oosthuizen (71), die bei -5 stehen. Beachtlich, denn der Südafrikaner musste sich während der Runde am Unterarm behandeln lassen, nachdem er bei einer Rettungsaktion unter einem Baum eine Wurzel getroffen hatte.

Die anschliessende Verfolgergruppe hat bei drei beziehungsweise zwei unter schon deutlich mehr Rückstand. Unter ihnen: Ryder-Cup-Hero Patrick Reed, Italiens Francesco Molinari und Graham DeLaet, der ein geniales Finish hinlegte. Von der 13 bis zur 16 spielte der Kanadier Birdie, Eagle, Eagle, Birdie!

Von der Green Mile einkassiert


Nur noch sehr geringe Chancen auf den Titel haben Rickie Fowler (73; T12) und Paul Casey (74; T16). Beide verloren vier Schläge auf den letzten drei Löchern. Man merkt: Die 99. PGA Championship wird wahrscheinlich auf der Green Mile entschieden.